Dr. Henning Beck: Künstliche Intelligenz im Unternehmensalltag

Dr. Henning Beck: Künstliche Intelligenz im Unternehmensalltag

Hast du dich schon einmal gefragt, wie du auf neue Ideen kommen kannst, um deine Selbstständigkeit oder dein Unternehmen noch schneller voranzubringen? Hast du vielleicht schon einmal darüber nachgedacht, ob dir Künstliche Intelligenz künftig dabei helfen kann, kreativ zu werden und innovative Geschäftsbereiche zu entwickeln? Falls ja, müssen wir dich leider enttäuschen. Denn computergesteuerte Programme und Algorithmen erzeugen zwar jede Menge nützlicher Daten, sind jedoch keinesfalls kreativ. Hirnforscher Dr. Henning Beck weiß: „Daten sind totes Material von gestern. Sie haben eine Vergangenheit, aber nicht immer eine Zukunft. Wenn wir Daten anwenden, um etwas zu beschreiben, erhalten wir Informationen. Und Informationen sind heute permanent verfügbar. Das Internet ist ständig griffbereit. Aber man darf Informationen niemals mit Wissen verwechseln.“ Kreativität und Wissen erfordern nach wie vor clevere Köpfe. Von Künstlicher Intelligenz dürfen wir im Unternehmensalltag also lediglich hilfreiche Informationen erwarten. Warum das so ist und was du sonst noch wissen solltest, erfährst du in diesem Magazinbeitrag.

Informationen sind überall

Experte Dr. Henning Beck ist überzeugt: „Du kannst Daten googlen. Wenn du gut bist, kannst du auch Informationen googlen. Aber du kannst weder Ideen noch Wissen googlen. Denn Ideen und Wissen sind das, was in deinem Kopf passiert, wenn du die Art änderst, wie du denkst. Das analoge Leben wird nicht von Künstlicher Intelligenz ersetzt werden, denn das ist das, was wir besonders gut können.“ Aber ist das menschliche Gehirn so viel besser als ein Computer? Nun, es ist nicht unbedingt besser oder leistungsstärker, auf jeden Fall aber unersetzbar. Dr. Henning Beck erklärt, warum das so ist: „Alles, was du siehst und erlebst, ist nur die Oberfläche dessen, was im Gehirn wirklich vor sich geht. Die allermeisten Vorgänge im Gehirn entstehen unterbewusst, ohne dass man konkret etwas davon mitbekommt. Das Gehirn ist alles andere als perfekt. Aber es kennt Geheimgänge und Abkürzungen, die es ihm ermöglichen, Informationen besonders effektiv zusammenzustellen.“

Menschen denken völlig anders als Maschinen. Der Experte verrät: „Computer rechnen mit Algorithmen. Es gibt eine Aufgabe, die vom Computersystem verarbeitet wird, und zum Schluss erhält man ein Ergebnis. Wir Menschen denken und arbeiten hingegen mit einem Trick. Wenn wir eine Aufgabe lösen, einen Gedanken entwickeln oder etwas Neues denken, dann fallen die Sinnesreize zunächst auf Sinneszellen in unserem Auge. Und wenn die über einen Schwellenwert erregt werden, dann erregen sie die Nachbarzellen in diesem Netzwerk. Diese Zellen aktivieren und deaktivieren sich gegenseitig. Übrig bleibt eine Art Informationsabdruck. Und das ist das, was wir Gedanken nennen.“

Intelligenz ersetzt keine Ideen

Clevere Gedanken sind für die Arbeitswelt natürlich unfassbar wichtig. Aber Achtung, Gedanken sind nicht zwangsläufig mit Intelligenz gleichzusetzen. Dr. Henning Beck: „Intelligenz bedeutet, schnell und fehlerfrei Rechenregeln zu erkennen, um Probleme zu lösen. Es bedeutet nicht, die Regeln zu brechen. Deshalb wird auch kein noch so intelligenter Computer jemals die Welt beherrschen: Intelligenz allein reicht nicht, um die Welt zu beherrschen. Es genügt nicht, die Regeln fehlerfrei anzuwenden. Du musst auch verrückt genug sein, um zu sagen, dass eine Regel doof ist und du eine bessere aufstellst. Du musst an Orte gehen, an denen noch nie jemand war, und eigene Regeln aufstellen, ohne vorher zu wissen, ob das gut geht. Wir probieren etwas aus. Und genau diese Fähigkeit zum Austausch ist wichtig.“

Ideen sind laut dem Fachmann nicht das Lösen von Rechenaufgaben. Ideen sind das, was entsteht, wenn Menschen mit unterschiedlichen Ansichten zusammenkommen und sich austauschen. Ein weiter spannender Aspekt über Künstliche Intelligenz im Unternehmensalltag: Menschen denken in Kategorien, während selbstlernende Algorithmen analysieren und Wahrscheinlichkeiten erstellen. Dr. Henning Beck: „Menschen verstehen Zusammenhänge viel tiefgründiger, auch wenn sich zum Beispiel Formen oder Eigenschaften ändern. Maschinen lernen, aber wir Menschen verstehen. Wenn du etwas gelernt hast, kannst du es verlernen. Aber wenn du einmal etwas verstanden hast, kannst du es nicht wieder entverstehen. Denn Verstehen bedeutet, die Art zu ändern, wie du denkst.“

Wobei KI eingesetzt werden kann

Die Art und Weise, wie wir Informationen verarbeiten, ist demnach das, was wir Wissen nennen. Oder wie Dr. Henning Beck auf humorvolle Art erklärt: „Computer sind genau so dumm wie vor 50 Jahren. Heute sind sie nur etwas schneller dumm.“ Sein Tipp lautet: Verstehe, um was es geht. Konzentriere dich darauf, tritt einen Schritt zurück und mach etwas Neues damit. Dr. Henning Beck: „Wir verändern die Welt, indem wir verstehen, um was es geht. Und menschliche Fehler sind dabei manchmal der Start zu einer neuen Perspektive. Wenn du immer alles perfekt, effizient und optimiert machst, dann bist du supergut wenn alles gleich bleibt. Aber sobald sich etwas ändert, bist du schnell kaputt.“

Für Künstliche Intelligenz im Unternehmensalltag merken wir uns: Maschinen befolgen Regeln, aber wir Menschen setzen diese Regeln. Maschinen geben die Antworten, wir müssen die entsprechenden Fragen stellen und uns nicht benehmen wie Maschinen. Denn wenn wir uns benehmen wie sie, werden sie uns ersetzen. Dr. Henning Beck: „Machen ist wichtiger als perfekt machen. Man braucht keinen perfekten Plan, man muss es einfach ausprobieren und loslegen. Was ist die nächste große Idee, die die Welt verändern wird? Wir haben keine Ahnung, aber wir können ziemlich sicher sein, dass sie von einem Gehirn ausgedacht werden wird, nicht von einer Maschine. Und zwar nicht, weil wir besser, schneller oder intelligenter sind als Algorithmen. Sondern weil wir abschweifen, Regeln brechen und die Welt verstehen anstatt sie nur zu analysieren. Und das ist das, was uns die geistige Stärke gibt, die wir würdigen und nutzen sollten. Denn das ist genau das, was uns zum Menschen macht.“

Künstliche Intelligenz eignet sich daher wunderbar, um deinen Unternehmensalltag zu erleichtern. Wirklich innovative Ideen werden aber auch in Zukunft von Menschen entwickelt werden, nicht von Maschinen. Sieh dir jetzt das zugehörige Video an und erfahre, warum Künstliche Intelligenz nicht ausreicht, um die Welt zu beherrschen!

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