Melanie Chomiak-Janus: 4 Prinzipien für wirksame Führung

Melanie Chomiak-Janus: 4 Prinzipien für wirksame Führung

„Ich fühlte mich als Führungskraft manchmal überfordert.“ Ein überraschend offenes und sympathisches Statement von Speakerin und Führungskräftetrainerin Melanie Chomiak-Janus. Sie erzählt: „Man bekommt permanent neue Aufgaben, die Ziele werden immer höher gesteckt und der Fachkräftemangel ist inzwischen ein akutes Problem in vielen Unternehmen. Und als wäre das nicht genug, kommen auch noch Themen wie Digitalisierung, New Work und Agilität auf die Tagesordnung. Und an manchen Tagen denkt man einfach: Mir reicht’s!“ Doch das muss nicht sein – es geht auch anders. Melanie Chomiak-Janus verrät, wie du mit vier simplen Prinzipien einfach und wirksam führen kannst. Los geht’s!

So funktioniert gute Führung

„Ich persönlich sage: Scheiß auf Agilität. Wir sollten Führung nicht durch Methoden verkomplizieren – sondern durch das richtige Mindset vereinfachen. Denn gute Führung sollte Mitarbeitern und Führungskräften das Leben leichter machen.“ Wie aber funktioniert das? Melanie Chomiak-Janus kennt vier einfache Elemente, mit denen man die Kultur in Unternehmen deutlich verbessern kann, um eine Win-Win-Win-Situation herzustellen.

Zunächst aber noch einmal die Frage: Wozu das Ganze? Was kann gute Führung bewirken? Melanie Chomiak-Janus weiß: „Gute Führungskräfte können andere Menschen inspirieren. Sie können etwas bewirken und den Mitarbeitern die Freude an der Arbeit zurückgeben. Deswegen möchte ich jetzt die vier Elemente vorstellen, die mir selbst dabei geholfen haben, in Unternehmen eine Win-Win-Win-Situation zu etablieren. Denn mit guter Führung sind nicht nur die Führungskräfte erfolgreicher – auch die Mitarbeiter sind es und anschließend das ganze Unternehmen.“

1. Lebe Wertschätzung

Wertschätzung ist schon länger ein moderner Begriff in der Arbeitswelt. Aber was bedeutet Wertschätzung eigentlich? Melanie Chomiak-Janus: „Wertschätzung ist die allgemeine positive Einstellung anderen Menschen gegenüber. Es bedeutet, das Verhalten anderer zunächst einmal positiv zu bewerten und ihnen Vertrauen entgegen zu bringen. Wertschätzung ist keine Kompetenz, die man in einem Wochenendseminar erlernen kann. Sie ist eine eigene innere Einstellung. Und wie kommt man dahin? Es ist eine Entscheidung. Entscheide dich dafür, andere wertzuschätzen!“ Hab Vertrauen und traue deinen Mitarbeitern etwas zu – sie sind immerhin die Fachleute, auf die du zählen kannst.

2. Kommuniziere offen

Die Folgen schlechter Kommunikation sind verheerend: Arbeit wird doppelt gemacht, wichtige Dinge bleiben liegen, weil sich niemand verantwortlich fühlt, und Konflikte und Reibungsverluste entstehen, die eigentlich nicht nötig wären. Eine offene Kommunikation ist sicherlich kein innovativer Tipp, aber absolut notwendig, um Zeit und Ressourcen zu sparen und ein positives, effizientes Arbeitsklima zu schaffen.

3.  Bleib deinen Prinzipien treu

Widerspricht Prinzipientreue nicht etwa Agilität, Flexibilität und Offenheit für Neues? Melanie Chomiak-Janus findet: „Wir sollen immer schneller werden und immer mehr machen. Prinzipientreue passt da nicht so richtig rein. Oder? Aus meiner Sicht ist das ein Trugschluss. Denn wie viele von uns fühlen sich manchmal verunsichert aufgrund des schnellen Wandels und der permanenten Veränderungen in allen Lebensbereichen? Genau deswegen brauchen wir in Zeiten des Wandels und der Veränderungen Leitplanken, an denen wir uns orientieren können. Und Prinzipien können meiner Meinung nach genau diese Leitplanken sein.“

Sie bieten eine Sicherheit und bilden die Grundlage für wichtige Entscheidungen. Sie schaffen Vertrauen, weil man sich auf das verlassen kann, was der andere sagt. Prinzipien können auch die Fairness im Unternehmen fördern. Melanie Chomiak-Janus: „Also Prinzipientreue hört sich doch gut an, oder? Sie hat nur einen großen Haken: Sie erfordert Konsequenz und die kann manchmal schmerzhaft sein. Prinzipientreue macht nicht immer Spaß, aber so funktioniert sie nun mal.“

4. Reflektiere dich selbst

Heutzutage verändert sich unser Leben permanent in schneller Geschwindigkeit. Wie häufig hat man das Gefühl, dass die Tage einfach an einem vorbei rauschen und man im täglichen Stress keine Zeit hat, über die wichtigen Dinge nachzudenken? Die tägliche Selbstreflexion hilft uns genau dabei. Sie lässt uns innehalten und hilft, Prioritäten zu setzen und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. So lernst du deine Stärken und Schwächen kennen und kannst deinen Führungsstil optimieren.

Melanie Chomiak-Janus: „Selbstreflexion hat also einerseits das Ziel, das eigene Verhalten zu reflektieren. Gleichzeitig dient sie aber auch dazu, den Blick auf die positiven Dinge des Lebens zu richten. Sie verhilft uns zu mehr Erfolg und Zufriedenheit. Selbstreflexion kostet dich am Tag nur wenige Minuten, ist aber äußerst effektiv. Damit sich die Mitarbeiter schon sonntags auf die neue Arbeitswoche freuen, braucht man wirklich gute Führungskräfte. Melanie Chomiak-Janus appelliert: „Gute Führung ist einfach. Wenn man den Mitarbeitern Wertschätzung schenkt, offen kommuniziert, klare Prinzipien vertritt und sich selbst reflektiert. Dabei wünsche ich dir ganz viel Erfolg!“

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