Markus Brand: Die Kraft der Persönlichkeitsanalysen

Markus Brand: Die Kraft der Persönlichkeitsanalysen

Was sind Persönlichkeitsanalysen und wofür braucht man sie in wirtschaftlichen und unternehmerischen Zusammenhängen? Motivationsprofi Markus Brand kennt die Antwort und verrät sie im Interview mit Dr. Stefan Frädrich: „Persönlichkeitsentwicklung hilft Menschen dabei, zu erkennen, was wirklich in ihnen steckt.“ Viele Menschen glauben, etwas zu sein, das sie eigentlich nicht sind. Oder sie denken, etwas zu können oder zu wollen, das sie eigentlich nicht können oder wollen. Beides schadet – sowohl der beruflichen Laufbahn als auch dem privaten Glücksempfinden.

Markus Brand: „Es gibt aber auch Menschen, die ihr eigenes Potenzial total unterschätzen, weil sie gar nicht wissen, dass sie bestimmte Dinge in sich tragen. Oder weil sie gewisse Tätigkeiten nie ausprobiert haben, da diese Tätigkeiten bislang nicht von ihnen gefordert wurden.“ Doch Selbstunterschätzung macht auf Dauer ebenso erfolglos wie Selbstüberschätzung. Genau deshalb sind Persönlichkeitsanalysen so wertvoll: Sie helfen dabei, den richtigen Eindruck von sich selbst zu gewinnen.

Deine beiden Personas

Der Experte beschreibt es wie folgt: „Persönlichkeitsentwicklung bedeutet, herauszufinden, was den Kern eines Menschen ausmacht. Denn wir alle haben zwei Personas. Das eine ist die authentische Persona. Wenn man alleine zuhause ist, verhält man sich anders als wenn man in seiner Rolle ist. Das ist die zweite Persona: Im Büro oder Freundeskreis passt man sich automatisch an. Man nimmt seine Rolle ein. Persönlichkeitsanalyse und Persönlichkeitsentwicklung bedeutet zunächst, zu gucken, wer man wirklich ist.“

Gibt es also eine echte und eine unechte Seite? Markus Brand: „Es gibt eine authentische und eine angepasste Seite. Und beide Seiten sind total wichtig. Wenn wir immer nur authentisch wären, würden wir viel Potenzial verschenken. Es geht aber natürlich auch darum, sich einer Situation anzupassen – und das tun wir mit der zweiten Seite. Ein großer Vorteil der Persönlichkeitsanalyse ist, sich selbst besser kennenzulernen. Der andere Vorteil ist, auch deine Mitmenschen besser kennenzulernen.“

Verhaltensweisen und Lebensmotive

Persönlichkeitsanalysen sind damit nichts anderes, als sich die Strukturen gewisser Persönlichkeitseigenschaften bewusst zu machen und in diesen Strukturen zu denken. Sie helfen zum Beispiel dabei, herauszufinden, ob jemand eher extrovertiert oder introvertiert ist – und zu welchen Anteilen diese Eigenschaften ausgeprägt sind. Markus Brand: „Damit lassen sich bestimmte Verhaltensweise erklären und sogar vorhersagen.“ Wenn du deine Persönlichkeit analysierst hast, kannst du dich selbst, deine eigenen Wünsche und Ziele also viel besser einschätzen.

Wie lässt sich dieses Wissen nun auf die Bereiche Business, Karriere und Selbstständigkeit übertragen? Markus Brand: „Es gibt Menschen, die sich selbstständig machen und dann darunter leiden, dass sie keinen Kontakt zu anderen Menschen haben. Wenn diese Menschen nun wüssten, dass der Kontakt zu anderen eines ihrer Lebensmotive ist, dann könnten sie beispielsweise in ein Großraumbüro gehen und von dort aus effektiver arbeiten.“

Zweites Beispiel: Für manche Menschen ist Unabhängigkeit ein großes Motiv. Diese Menschen machen im Vergleich zum ersten Beispiel lieber die Tür zu und sind gerne alleine. Ein Großraumbüro wäre ihr Untergang. Sofern sie das wissen, können sie sich auf die Situation einstellen. Je klarer man sich über seine eigenen Motive bewusst ist, desto besser funktioniert man im Alltag. Denn man hat weniger Energieverluste und Motivationsprobleme. Dadurch ist man produktiver und am Ende sind alle happy.

Referenzwert für Persönlichkeitsmerkmale

Persönlichkeitsanalysen sind oftmals Spiegel mit Aha-Effekt. Denn dank ihnen wird dir bewusst, wie du eigentlich tickst. Markus Brand: „Diese Analysen sind ein objektiver Vergleichsmaßstab. Sie erlauben einem, sich zu einer Grundgesamtheit einzuordnen und zu sagen: So bin ich und das ist auch okay so. Wenn man mit Persönlichkeitsanalysen arbeitet, lernt man, seine Persönlichkeitsmerkmale zu respektieren und zu tolerieren.“ Der Experte weiß, dass die Persönlichkeit eines Menschen aus verschiedenen Facetten besteht. Auf dieser Grundlage hat er das ‘Zwiebelmodell der persönlichen Identität’ entwickelt. Markus Brand: „Wir gehen nämlich davon aus, dass der Mensch aus vier verschiedenen Ebenen besteht.“ Neugierig? Dann aufgepasst, hier kommen die vier Ebenen.

Ebene 1: Motive

Die tiefste Ebene in jedem Menschen besteht aus Motiven. Diese lassen sich erkennen, wenn man folgende Fragen stellt: Warum mache ich etwas? Was ist wichtig für mich? Markus Brand: „Motive sind zeitstabil verankert und lassen sich nicht ändern. Deswegen lautet unser Grundsatz: Erkenne, liebe und lebe deine Motive. Nicht: Erkenne und verändere sie.“ Wir können uns in vielen Dingen ändern, aber nicht in unseren implizierten Antreibern, also in dem, was wir wirklich wollen. Die Motive eines Menschen bleiben ein Leben lang gleich.

Ebene 2: Werte

Was sich jedoch ändert, sind unsere Werte. Um diese zu erkennen, kannst du folgende Frage stellen: Was ist in meinem Leben richtig? Markus Brand: „Wenn mein Motiv darin liegt, ohne finanzielle Sorgen zu leben, dann kann ich auf dieser Ebene festlegen, wie ich finanzielle Freiheit erreiche. Und hierbei unterscheiden wir uns: Der Eine überfällt eine Bank. Der Andere möchte sein Geld ehrlich verdienen. Der Dritte wiederum will Geld mit möglichst wenig Aufwand bekommen.“ Die Art, wie du deine Motive erreichst, hängt also von deinen Werten ab.

Ebene 3: Verhaltenspräferenzen

Die dritte Ebene sagt aus, wie du deine Werte erreichst. Markus Brand: „Manche Menschen sind sehr extrovertiert, andere eher introvertiert. Einige Menschen denken rational, andere sind überwiegend emotional gesteuert.“ Welche Verhaltenspräferenzen dich auszeichnen, kannst du beispielsweise prima mithilfe des DISG-Modells in Erfahrung bringen.

Ebene 4: Wirkung und Fähigkeiten

Die äußerste Schicht der Zwiebel zeigt, welche Fähigkeiten in dir stecken. Stell dir hierzu folgende Fragen: Was strahle ich aus? Wie ist meine Wirkung? Markus Brand: „Das ist etwas, das sich sehr leicht ändern lässt. Wenn man Stärken oder Schwächen in diesem Bereich hat, kann man das ändern. Aber auch wenn du lernst, anders aufzutreten oder deine Fähigkeiten zu verbessern, wirst du deine Motive und deinen innersten Kern damit nicht ändern.“

Karriereentscheidungen und Erfolge

Manchmal sind bestimmte Werte in deinem Leben phasenweise so wichtig, dass du einzelne Motive vernachlässigst. Markus Brand: „Viele junge Unternehmer verzichten in der Phase ihrer Gründung beispielsweise auf bestimmte Motive, weil ihnen der pekuniäre Wert sehr wichtig ist. Das ist eher in der ersten Lebenshälfte der Fall. Da möchte man etwas erreichen, etwas darstellen. Für viele junge Menschen ist das ein unheimlich wichtiger Wert.“

Doch berufliche und private Werte ändern sich – vor allem in der zweiten Lebenshälfte. Markus Brand: „Aus dem ‘höher, schneller, weiter’ wird dann der Wunsch, Ziele gemeinsam mit anderen zu erreichen. Der Wir-Kontakt kommt im fortgeschrittenen Alter stärker ins Spiel.“ Die Individualität des Menschen wächst also permanent. Und je besser du deine eigene Persönlichkeit kennst, desto leichter fallen dir Karriereentscheidungen und Erfolge. Wenn du neugierig geworden bist, probier es aus! Starte eine Persönlichkeitsanalyse und lerne dich selbst besser kennen. Einen ersten kurzen Persönlichkeitstest findest du hier. Viel Spaß dabei!

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