Dr. Stefan Frädrich: Die 4 Typen des Berufslebens

Dr. Stefan Frädrich: Die 4 Typen des Berufslebens

In der Arbeitswelt gibt es unterschiedliche Berufstypen – vier verschiedene, um genau zu sein. Je genauer wir diese Typen kennen und wissen, wie sie ticken, desto besser können wir die Kenntnis im Arbeitsleben für uns nutzen. Das behauptet Dr. Stefan Frädrich. Der erfolgreiche Unternehmer hat bereits alle vier Typen durchlebt und verrät dir in diesem Magazinartikel, was dahintersteckt.

Typ 1 des Berufslebens: Die Fachkraft

Die Fachkraft ist in der Regel jemand, der eine Ausbildung absolviert oder etwas Spezielles erlernt hat. Sie hat einen festen Arbeitgeber, zu dem sie jeden Morgen geht. Dr. Stefan Frädrich: „Fachkräfte sind Menschen im Angestelltenverhältnis oder im öffentlichen Dienst, zum Beispiel Friseure, Polizisten, Klinikärzte. Grob gesagt: Menschen, die irgendwohin gehen, um dort eine Aufgabe zu erledigen.“

Die Fachkraft tickt nach ein paar grundlegenden Prinzipien: Sie kümmert sich um ihre Aufgabe und erhält dafür ein regelmäßiges Gehalt. Sie wendet ihre gesamte Arbeitskraft dafür auf, den Job, dem sie tagtäglich nachgeht, zu erledigen. Die Fachkraft hat eine Maxime und die lautet: „Ich mache meinen Job.“ Das findet geregelt und mit einer Sozialversicherung statt. Dr. Stefan Frädrich: „75 Prozent aller Menschen, die arbeiten, werden sich in dem Typ der Fachkraft wiedererkennen.“

Typ 2 des Berufslebens: Der Manager

Der Manager hat ein völlig anderes Prinzip im Kopf. Seine Maxime lautet: „Ich sorge dafür, dass es läuft.“ Der Manager kümmert sich um das System. Er achtet darauf, dass die Fachkräfte zusammenarbeiten und Ergebnisse erzielen, die im Sinne des Unternehmens sind. Das führt unweigerlich dazu, dass Manger und Fachkräfte nicht immer einer Meinung sind. Dr. Stefan Frädrich: „Im Gegenteil, manchmal kommt es zu richtigen Kulturkämpfen am Arbeitsplatz.“

Während die Fachkraft operativ tätig ist, arbeitet der Manager strategisch. Er schaut aus der Vogelperspektive auf das Unternehmen und entscheidet, in welche Richtung gegangen werden soll. Doch so unterschiedlich Fachkräfte und Manager auch sein mögen, sie haben einen gemeinsamen Nenner: beide Gruppen sind angestellt. Fachkräfte sind operativ arbeitende Angestellte, Manager strategisch arbeitende Angestellte. Dr. Stefan Frädrich: „Etwa 15 Prozent der arbeitenden Menschen sind Manager.“

Typ 3 des Berufslebens: Der Selbstständige

Der Selbstständige tickt wiederum völlig anders. Er bietet eine Dienstleistung an oder hat eine Idee. Dr. Stefan Frädrich: „Er hat es nicht nötig, sich anstellen zu lassen, weil er draußen in der freien Wirtschaft einen Markt für seine Leistung oder sein Produkt findet.“ Es gibt also Firmen, die ihn einkaufen und Geld dafür zahlen, dass der Selbstständige etwas für sie leistet. Der Selbstständige braucht kein gesichertes Arbeitsumfeld. Er hat keine geregelten Arbeitszeiten und setzt sich seine eigenen Regeln. Dr. Stefan Frädrich: „Die Aufgabe und das System sind ihm egal – es geht ihm um den Kunden.“

Das führt zu typischen Klischees wie dem, dass Selbstständige selbst und ständig arbeiten. Dr. Stefan Frädrich: „Es stimmt, dem Selbstständigen geht es nicht darum, eine Work-Life-Balance zu haben. Die Fachkraft macht Work-Life-Balance. Der Manager macht Karriere. Der Selbstständige macht es selbst und ständig. Bei ihm ist Work gleich Life. Aber das muss nicht mal ein Widerspruch sein. Denn wenn jemand mit Leidenschaft selbstständig ist, dann macht ihm das Spaß.“

Der Experte weiß: „Was viele Angestellte nicht verstehen ist, dass man auch richtig Lust haben kann auf das, was man tut. Man kann diese Leidenschaft nur nachvollziehen, wenn man etwas in seinem Leben gefunden hat, das einen voranbringt.“ Die Maxime des Selbstständigen lautet: „Ich mache mein Ding.“ Er bekommt kein festes Gehalt, sondern trägt ein höheres Risiko als Angestellte. Er hat eine hohe Eigenverantwortung und ist seine eigene Wachstumsgrenze. Das kann dazu führen, dass sich der Selbstständige langfristig in den vierten Berufstypen verwandelt. 

Typ 4 des Berufslebens: Der Unternehmer

Wenn es beim Selbstständigen gut läuft, muss er jemanden einstellen, um weiter zu wachsen. Wen? Die Fachkraft. Damit wird der Selbstständige zum Unternehmer. Seine Maxime lautet nun: Ich baue etwas, das sich lohnt. Seine Aufgabe besteht ab jetzt darin, ein skalierbares Business zu erarbeiten. Dr. Stefan Frädrich beschreibt es wie folgt: „Er macht etwas nicht nur einmal, sondern muss etwas aufbauen, das immer wieder gemacht werden kann.“

Genau jetzt muss der Selbstständige anfangen, anders zu denken. Dr. Stefan Frädrich: „Es geht nun nicht mehr um selbst und ständig, sondern es gilt: Man hat erst dann etwas geschafft, wenn man es schafft, dass etwas geschafft wird, ohne dass man es selbst schafft. Denn jetzt schaffen die anderen etwas für ihn.“ Verstanden? Noch mal langsam: Die Aufgabe des Unternehmers liegt darin, den anderen drei Gruppen die Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen. Dr. Stefan Frädrich: „Das ist ein wichtiger Job und stellt eine wichtige soziale Funktion dar.“

3 Fazits von Dr. Stefan Frädrich

Die Fachkraft, der Manager und der Selbstständige tauschen ihre Lebenszeit gegen Geld ein. Der Unternehmer hingegen tauscht Geld gegen Zeit, denn er stellt jemanden ein. Dr. Stefan Frädrich: „Der Fachkraft geht es um ihre Aufgabe, dem Manager geht’s ums System. Dem Selbstständigen geht es ums Produkt und um den Kunden. Und dem Unternehmer geht es um den Markt und die Marktlücke.“ Daraus ergeben sich folgende Fazits, die garantiert auch dein Wissen über das Berufsleben erweitern:

1. Fazit: Kenne deinen Typ

Je besser wir die vier Berufstypen kennen, desto eher können wir feststellen, in welchem wir uns selbst am wohlsten fühlen. Dr. Stefan Frädrich: „Such dir deinen Typ und fühl dich darin wohl! Wir wenden so viel Lebenszeit auf, um den richtigen Job für uns zu finden. Also mach es von Anfang an richtig.“

2. Fazit: Akzeptiere andere Typen

Alle vier Typen des Berufslebens bilden ein Ökosystem. Ihre Faktoren hängen voneinander ab und sind gleichzeitig miteinander verbunden. Dr. Stefan Frädrich: „Wenn man das Ökosystem nicht wertschätzt oder gar kaputt macht, dann funktioniert die Wirtschaft nicht. Das heißt, wir müssen die anderen Berufstypen verstehen und akzeptieren.“

3. Fazit: Kümmere dich um andere Typen

Der Experte appelliert: „Wie in jedem Ökosystem müssen wir uns um die Schwachen in diesem System kümmern. Damit sind nicht Betriebsräte und Gewerkschaften gemeint. Denn unser politisches und gesellschaftliches System kümmert sich fast ausschließlich um Fachkräfte und Manager.“ Wie man das ändern kann? Dr. Stefan Frädrich hat einige Ideen: „Ich wünsche mir, dass man die Selbstständigkeit und das Unternehmertum als Lebensform so früh wie möglich in der Schule unterrichtet.“

Es gibt viele Menschen mit tollen, innovativen Iden und Impulsen. Oftmals haben diese Menschen jedoch keine Ahnung, dass sie ihre Ideen wirklich umsetzen können. Dr. Stefan Frädrich: „Individualismus muss akzeptiert und gepflegt werden. Auch die Medien könnten diese Themen viel stärker aufgreifen. Außerdem brauchen wir so wenige Regulierungen wie möglich. Selbstständige und Unternehmer brauchen so wenige organisatorische Hürden wie es geht.“ Siehst du das ähnlich? In welchem der vier Typen des Berufslebens erkennst du dich wieder?

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