Unternehmenswachstum: Wann es Zeit für deine ersten Mitarbeiter ist

Eines Tages ist es soweit: die Zahl deiner Aufträge steigt, dein Umsatz erhöht sich und dein Arbeitspensum nimmt ein Ausmaß an, das du alleine kaum noch bewältigen kannst. Es ist an der Zeit, dir Verstärkung zu holen, die tatkräftig mit anpackt. Denn wenn du weiter wachsen möchtest, musst du deinen Einmannbetrieb jetzt in ein florierendes Unternehmen verwandeln. Und weil das gerade für Einzelkämpfer, die bislang jede Aufgabe selbst übernommen haben, gar nicht so leicht ist, möchten wir dir praktische Tipps mit auf den Weg geben. Wann ist es an der Zeit, Mitarbeiter einzustellen? Was musst du beachten? Und wie schaffst du es, Verantwortung abzugeben? Wir zeigen’s dir.

Zeit für Verstärkung

“Hilfe, ich kann meine Aufträge alleine nicht mehr bewältigen.” Wenn du diesen Gedanken bereits mehrfach hattest, dann wird’s höchste Zeit für helfende Hände. Denn deine eigene Arbeitszeit ist unendlich wertvoll. Als Selbstständiger bist du der Kopf deines Unternehmens und verantwortlich für zahlreiche Aufgaben: für die Akquise, den Kundenservice, die Buchhaltung, das Marketing und natürlich für deine Kerntätigkeit selbst. Doch wenn du ständig Zeit mit Kleinigkeiten verplemperst, die zwar gemacht werden müssen, aber nicht umsatzrelevant sind, dann wirst du auf Dauer nicht erfolgreich sein.

Die Lösung lautet: Finde verantwortungsbewusste Mitarbeiter, verschaffe dir wieder Luft für wirklich wichtige Aufgaben und fokussiere dich auf Tätigkeiten, die höhere Umsätze generieren. Wann es Zeit für deinen ersten Mitarbeiter ist, lässt sich grundsätzlich nicht pauschalisieren. Es gibt nicht den einen Zeitpunkt, der für alle gilt, oder die eine Umsatzmarke, die unbedingt geknackt werden muss.

Möglicherweise ist es schon drei Monate nach deiner Gründung soweit, möglicherweise erst nach drei Jahren, vielleicht erst deutlich später. Und auch die Höhe der Umsätze, die man benötigt, um Mitarbeiter einzustellen, lässt sich nicht pauschal benennen. Sie variiert je nach Branche, Standort und weiteren Faktoren. Vielmehr geht es darum, ob du konstant hohe Einnahmen generierst und ob der einzelne Mitarbeiter rentabel ist, also mehr Geld einbringt als er selbst verbraucht.

Lässt dein Mindset es zu?

Und dann wäre da noch ein weiterer Punkt, der nicht zu unterschätzen ist: Es ist erst an der Zeit für Mitarbeiter, wenn dein Mindset es zulässt. Denn während du als Selbstständiger eine Fachkraft warst, musst du als Unternehmer umdenken. Für das sogenannte Grundrauschen und repetitive Abläufe sind nun andere verantwortlich. Dein Part als Unternehmer besteht stattdessen aus Netzwerken, der Entwicklung neuer Produkte und dem strategischen Wachstum. Während Selbstständige und Fachkräfte im Unternehmen arbeiten, arbeiten Unternehmer am Unternehmen. Bist du bereit, loszulassen und Verantwortung zu übertragen?

Lust auf neue Verantwortung

Während du die Verantwortung für deine bisherigen Aufgaben abgibst, kommt neue Verantwortung für deine Mitarbeiter hinzu: Du musst die Gehälter deiner Mitarbeiter kalkulieren und dafür sorgen, dass die Einnahmen stets höher als die Ausgaben sind. Wenn es dir grundsätzlich schwerfällt, Aufgaben abzugeben oder die Rolle des Chefs zu übernehmen, kann ein Führungskräftetraining extrem nützlich sein. Zudem hilft es, dir Fehler einzugestehen. Natürlich musst du erst in deine neue Rolle hineinwachsen. Deshalb setze dich selbst nicht unter Druck, sondern überwinde die größte Hürde, nämlich dein Mindset, in deinem eigenen Tempo.

Starte mit Freelancern

Eine gute Möglichkeit, dein Mindset zu stärken und deine Unternehmerqualitäten zu testen, ist die Beschäftigung von Freelancern. Im Vergleich zu festangestellten Mitarbeitern bieten sie den Vorteil, dass du kaum Verpflichtungen eingehst. Freelancer schreiben Rechnungen, deren Beträge du als Unternehmensausgaben deklarieren kannst. Du musst Freiberufler nicht anmelden und keine Sozialabgaben zahlen, sondern lediglich den Rechnungsbetrag überweisen und ihn in deiner Buchhaltung erfassen. Du zahlst weder Urlaubs- noch Krankheitstage. Und wenn du die Leistungen des Freelancers nicht mehr benötigst, musst du ihn nicht weiter beschäftigen. Easy!

Doch Freelancer haben den Nachteil, dass sie in der Regel höhere Stunden- oder Tagessätze verlangen und auch von ihrer Seite aus jederzeit die Zusammenarbeit mit dir beenden können. Schlimmstenfalls stehst du dann ziemlich schnell wieder mit einem großen Berg an Aufgaben alleine da. Zudem solltest du bei Freelancern darauf achten, dass sie nicht scheinselbstständig sind, sondern noch andere Auftraggeber außer dir haben. Informiere dich bei Fragen unbedingt bei deinem Steuerberater.

Was gilt es zu beachten?

Zu Beginn deiner Selbstständigkeit musst du lernen, wie du dich und dein Unternehmen organisierst. Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist und du dich für Unterstützung entschieden hast, solltest du im nächsten Schritt glasklare Aufgaben und Prozesse definieren. Gib deine Arbeit aus der Hand und lerne, deinen Mitarbeitern zu vertrauen! Vielleicht erledigen sie die Arbeit auf andere Weise als du. Das ist kein Problem, denn was am Ende zählt, sind die Ergebnisse. 

Lieber selbstständig bleiben?

Natürlich ist es auch völlig in Ordnung, wenn du dich dafür entscheidest, selbstständiger Einzelnunternehmer zu bleiben und operativ zu arbeiten. Du musst nicht zwangsläufig ein Team aufbauen. Wenn du weiter wachsen und dein Business skalieren möchtest, dann kommst du allerdings auf Dauer nicht darum herum, dir Verstärkung zu holen. Denn irgendwann stößt du an deine Grenzen.

Fazit zum Unternehmenswachstum

Wann es an der Zeit für erste Mitarbeiter ist, entscheidest ausschließlich du selbst. Beachte, dass du ab diesem Moment nicht mehr selbstständig sondern unternehmerisch tätig bist. Und in dieser Position bist du nicht nur für dich verantwortlich, sondern auch für deine Mitarbeiter, denen du wiederum Vertrauen schenken und Aufgaben übergeben musst. Bist du bereit dazu? Wenn ja, dann wage den Schritt! Denk unternehmerisch und hieve dein Business auf ein neues Level!

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