Was ist agiles Arbeiten?

Was ist agiles Arbeiten

Hast du in einer Stellenausschreibung schon mal den Begriff „agil“ entdeckt? Das ist sogar ziemlich wahrscheinlich, denn Agilität steht bei vielen Unternehmen heute ganz oben auf der Liste der Eigenschaften, die sie von neuen Mitarbeitern – insbesondere von Mitarbeitern in Führungspositionen – erwarten. Doch was steckt dahinter und wie kann man sich agiles Arbeiten vorstellen? Welche Vorteile und welche Schwierigkeiten bringt agiles Arbeiten mit sich? Wir verraten es dir!

Zunächst einmal steht agiles Arbeiten für Mut zur Veränderung und den Leitgedanken, sich aktiv an neue Bedingungen anzupassen. Dies geht einher mit stetiger Lernbereitschaft und persönlicher sowie fachlicher Weiterentwicklung. Nur wer sich traut, bewährte Methoden zu überdenken und sie durch neue zu ersetzen, arbeitet agil. Grundsätzlich lässt sich also festhalten, dass agiles Arbeiten auf der eigenen Haltung und Denkweise beruht. Oder anders gesagt: Das richtige Mindset ist der wichtigste Grundstein, um agil zu arbeiten.

Warum ist agiles Arbeiten wichtig?

Die Digitalisierung hat unsere Gesellschaft und das Leben jedes Einzelnen in den letzten Jahren stark verändert. Sie beeinflusst nahezu alle Bereiche unseres Privat- und Berufslebens und macht viele Dinge möglich, die noch vor kurzer Zeit undenkbar gewesen wären. Von der persönlichen Nutzung des Smartphones bis zu betrieblichen Abläufen im Wirtschaftssektor.

Doch die Digitalisierung fordert auch einiges ein: Schnelllebigkeit und Fortschritt verlangen nach Flexibilität und Agilität. Stillstand und Starrheit behindern den Wandel und nur wer sich rechtzeitig anpasst, profitiert langfristig. Wer dauerhaft auf der Erfolgswelle schwimmen möchte, muss sich immer wieder an neue Gegebenheiten anpassen, also agil arbeiten. Wer sich hingegen steif und unbeweglich zeigt oder die Digitalisierung gar ignoriert, geht irgendwann unter.

Das haben auch viele Unternehmen verstanden und neue Arbeits- und Führungsmodelle entwickelt. Agiles Arbeiten kann daher als Antwort auf den digitalen Wandel und auf das neue Verlangen nach Flexibilität verstanden werden. Es setzt da an, wo klassische Führungsstile an ihre Grenzen stoßen. Zwar ist auch der agile Führungsstil kein Geheimrezept für dauerhaften (Unternehmens-) Erfolg, aber eine der modernsten und zuverlässigsten Methoden, um Mitarbeiter im digitalen Zeitalter zu motivieren und sie zu Höchstleistungen zu bewegen.

Wie funktioniert agile Mitarbeiterführung?

Der agile Führungsstil ist nicht ganz so revolutionär wie man vielleicht vermuten könnte. Genau genommen mixt er Aspekte anderer Stile zu einem neuen Ansatz. So orientiert er sich beispielsweise am „Management by objectives“. Die Gemeinsamkeit: Das Team wird geführt, motiviert und der Managementprozess möglichst individuell gehalten. Alle sollen einen großen Gestaltungsspielraum haben und stets ihr Bestes geben. Der Unterschied? Beim agilen Führungsstil steht nicht mehr der Einzelne im Mittelpunkt sondern das Team.

Der agile Führungsstil fokussiert sich also verstärkt auf das Miteinander. Deshalb muss eine Führungskraft, die dieses Modell verfolgt und agiles Arbeiten befürwortet, vor allem die Zusammenarbeit organisieren und managen. Er muss darauf achten, dass sich sein Team aus Mitarbeitern zusammensetzt, die sich ergänzen und gemeinsam etwas Großes erreichen können. Daher kommt es bei neuen Mitarbeitern stark darauf an, ob sie teamorientiert sind und die bisherige Gruppe mit ihren Fähigkeiten und Kenntnissen bereichern können.

Welche Herausforderungen gibt es?

Die Herausforderung des agilen Führungsstils liegt darin, die Teamentwicklung zu unterstützen. Das Ziel ist es, eine optimale Zusammenarbeit aller Teammitglieder sicherzustellen. Damit hat die Führungskraft meist alle Hände voll zu tun: Sie muss motivieren, unterstützen und den Mitarbeitern zeigen, wie sie selbstständig und verantwortungsbewusst arbeiten und Entscheidungen treffen.

Das agile Führungsmodell funktioniert besonders gut bei lernbereiten Teams, die sich weiterentwickeln wollen und eine hohe Eigeninitiative an den Tag legen. Hier lassen sich durch die agile Führung extrem hohe Potenziale freisetzen. Weniger gut funktioniert das Modell, wenn die Mitarbeiter unmotiviert oder faul sind und stetig kontrolliert werden müssen. Die Motivation des Teams ist also ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Worauf kommt es bei agilem Arbeiten an?

Ein wichtiger Punkt ist die Selbstorganisation beziehungsweise die Möglichkeit, eigenständig Entscheidungen zu treffen. Denn wenn ein Team erst zig Anträge stellen muss, die von verschiedenen Hierarchien geprüft und abgesegnet werden, verlangsamt das den Prozess enorm. Schlimmstenfalls sorgt es für Stillstand – und Stillstand ist im digitalen Zeitalter zum Scheitern verurteilt. Bei agilem Arbeiten kommt es stattdessen darauf an, schnell und dynamisch zu handeln und sich veränderten Bedingungen anzupassen. Dazu gehört auch, die Routine des Tagesgeschäfts zu durchbrechen.

Da es immer wieder zu neuen Gegebenheiten kommt sind schnelle Entscheidungen das A und O. Konkret bedeutet dies, dass wichtige Entscheidungsprozesse beim agilen Arbeiten kurz gehalten werden sollten. Einzelne Teams müssen flexibel auf Änderungen reagieren und ihre Methoden und Ergebnisse immer wieder prüfen. Wichtig ist, beweglich zu bleiben. Das ist in großen Konzernen teilweise schwierig – für ein erfolgreiches Meistern der Digitalisierung aber äußerst wichtig. Und genau aus diesem Grund ist agiles Arbeiten momentan von hoher Bedeutung.

Wodurch zeichnen sich agile Mitarbeiter aus?

Wenn du das nächste Mal den Begriff „agil“ in einer Stellenanzeige liest, weißt du jetzt, worauf es wirklich ankommt: Du muss teamorientiert und in hohem Maße motiviert sein, solltest die Visionen und Ziele deines Arbeitgebers teilen und eine große Lernbereitschaft mitbringen. Flexibilität ist ein wichtiges Must-have, das sture Verfolgen alltäglicher Routinen ein No-go.

Du solltest dich darauf gefasst machen, eng mit deinem Team zusammen zu arbeiten, zu interagieren und Verantwortung zu übernehmen. Du wirst kurze Entscheidungswege haben und musst im Gegenzug bereit sein, dich immer wieder anzupassen. Veränderungen solltest du nicht nur zulassen, sondern aktiv vorantreiben. Agiles Arbeiten klingt gut und passt zu dir? Dann los, go for it!

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